Darwinismus in Wirtschaft, Philosophie und politischer Theorie
Herbst
2009
Ein
Schriftstück, welches Charles Darwins Einfluss auf Bereiche des
gegenwärtigen Lebens und deren bedenkliche Auswirkungen aufzeigt. |
Charles Darwins Evolutionstheorie ist selbst im Bereich der Biologie
alles andere als unumstritten. Wer jedoch versucht, die Evolutionslehre
bzw. die Ideologie und Philosophie dahinter in Wirtschaft und Politik
einfließen zu lassen, läuft Gefahr sehr großen Schaden
anzurichten.
Leider basiert das gesamte kapitalistische Wirtschaftssystem in
gewisser Weise auf darwinistischen Thesen, wobei Firmen das
wirtschaftliche Equivalent zu den Spezies der Biologie darstellen. Ein
kleiner Betriebs wird versuchen, seine Einnahmen ständig zu
steigern und möglichst immer weiter zu wachsen. Er wird weitere
Mitarbeiter einstellen und sich und seinen Einfluss konstant
ausbreiten. Um dies zu ermöglichen werden aller Wahrscheinlichkeit
nach Mitbewerber außer Gefecht gesetzt, d.h.
wettbewerbsmäßig geschlagen oder einfach übernommen,
d.h. aufgekauft werden müssen. In manchen Fällen kann es auch
zu einer Fusion zu einem neuen, wiederum größeren und
mächtigeren "Wirtschaftsorganismus" kommen. Darwinistische
Prinzipien wie natürliche Selektion (Überleben des
Stärkeren) und Weiterentwicklung durch Mutation und Adaption
(ständige Anpassung an gegebene Umstände) scheinen also
bereits gänzlich auf das Wirtschaftsleben übertragen geworden
zu sein. Dies ist zwar kein besonders freundliches Bild, jedoch
könnte man zumindest mit der daraus entstehenden hohen
Qualität argumentieren (dies jedoch auch nur theoretisch, in der
Praxis trifft dies längst nicht mehr immer zu).
Ein ernsthaftes Problem entsteht jedoch dadurch, dass das ganze
Wirtschaftssystem als Solches selbst ebenfalls wie eine Art Organismus
agiert und versucht, ständig zu fressen und bzw. um zu wachsen.
Dies führt unweigerlich zum mehr oder weniger intensiven
Kollabieren des Systems in unregelmäßigen Abständen,
wie man es auch in der aktuellen Finanzkrise wieder miterleben kann.
Nach einem solchen Kollaps bedarf es einer langwierigen
Rehabillitationsphase, gefolgt von einer neuen Zeit des Wachstums, bis
es schließlich wieder zum Zusammenbruch kommt usw. - eindeutig
gibt es hier nachholbedarf bei den grundlegenden Bauplänen, der
"DNA" des Systems.
Was jedoch, wenn man diese Weltanschauung des ständigen Kampf ums
überleben zwischen unterschiedlichen Arten und "Rassen" auf die
Politik überträgt? Hiervor muss dringends gewarnt werden. Der
Körperkult und Rassenwahn des Nationalsozialismus nahm sich
bereits auf diese Weise den Darwinismus als pseudowissenschaftliche und
philosophische Grundlage und Rechtfertigung. Nur wenn man von einer
wettkampfartigen Konfliktsituation zwischen unterschiedlichen Rassen
ausgeht, kann man überhaupt erst an die Existenz einer
"Superrasse" glauben. Diese Denkweise darf keinesfalls wieder an
Einfluss gewinnen.
Es gilt klarzustellen, dass es auf dieser Welt genau eine Rasse von
Menschen gibt: Die menschliche Rasse. Minimale körperliche
Variationen machen die verschiedenen ethnischen Gruppen nicht zu
anderen Rassen, Spezies oder Arten. Wenn man diesen biologischen wie
philosophischen Hintergrund bedenkt, wird dem Rassismus seine
evolutionstheoretische Existenzgrundlage entzogen.