Neue Traditionen
Herbst
2009
Was
sind Traditionen, und welche Auswirkungen habe diese auf das
gesellschaftliche Leben? Welche Traditionen haben sich in der
derzeitigen Politik gebildet und wie werden damit Wähler
manipuliert. |
Viele verschiedene Formen von traditionellem Verhalten haben heutzutage
sehr starken Einfluss auf das politische Geschehen, sowohl im Inland
wie auch weltweit.
Menschen wählen aus Tradition bei jeder Wahl die selbe Partei oder
den selben Politiker, unabhängig von Parteiprogrammen oder
sonstigen Standpunkten und vertretenen Meinungen. Menschen
dämonisieren bestimmte Parteien oder Politiker, ohne sich im
Detail mit diesen beschäftigt oder in irgendeiner objektiven Form
auseinandergesetzt zu haben - aus Tradition. Und Menschen glauben
traditionell an den künstlich aufgebauten Kontrast zwischen rechts
und links, zwischen konservativ und progressiv, zwischen liberalistisch
und sozialistisch.
Natürlich ist die Seite, der man selbst meint anzugehören,
stets die richtige, die "gute" Seite, während die Andere das
Feindbild schlecht hin darstellt und unbedingt bekämpft werden
muss. Eine Zusammenarbeit für das gemeinsame Wohl oder gar ein
Lernen voneinander, und ein Hinweisen auf die vernünftigen Aspekte
der anderen Seite ist - traditionell - völlig ausgeschlossen.
Stattdessen bleibt man lieber bei seinen altbekannten Aussagen, welche
man wie ein Mantra ständig wiederholt, und verschließt sich
gleichzeitig vor jedem echten Dialog. Es braucht kein großes
Genie um zu erkennen, dass auf diese Weise niemals die wahren Probleme
dieser Welt gelöst werden können.
Sinnvolle und wirklich "fortschrittliche" Politik ist Jenseits von den
geistigen Schubladen, die man über die Jahrhunderte immer wieder
aufs Neue restauriert hat, und deren tatsächliche Existenz uns die
traditionellen Medien ständig vorgaukeln wollen. Diese
Fantasiegebilde existieren in Wahrheit jedoch nur in den Köpfen
der Menschen, wodurch sie eine effektive Zusammenarbeit dieser
verhindern.
Auch wenn es bequemer ist, einfach auf bekannte Traditionen
zurückzugreifen und sich der spaltenden Illusion einer
Unterteilung der Welt und der Menschheit in zwei politische Fraktionen
hinzugeben, so ist es doch an der Zeit diese Denkweise zu ändern
und den unbequemen Weg zu gehen. Es ist aufwendig aber dennoch
notwendig und sogar essentiell für eine zivilisierte Gesellschaft,
sich jeder politischen Frage und jedem gesellscahftlichen Problem
einzeln zu stellen und dieses individuell zu analysieren. Keinesfalls
darf man sich weiterhin auf durch Medien, Parteifunktionäre oder
"political correctness" fest vorgegebene Maxime verlassen. Diese Maxime
sind häufig Mitursache der gegenwärtigen Probleme und
können daher keinesfalls Teil einer wirkungsvollen Lösung
sein.