Trennung von Sünde und Sünder
Sommer 2009 Einer der wesentlichsten und zugleich unverstandensten Grundsätze des wahren Glaubens. |
Heute
werden viele Formen der christlichen Nächstenliebe, wie beispielsweise
die aktive Evangelisation oder die öffentliche Kritik an sündhaften und
damit zerstörerrischen Lebensstilen falsch verstanden und als
persönliche, ja sogar "hasserfüllte" Beleidigung empfunden. Dies ist
nicht nur auf den Stolz und Hochmut der betroffenen Personen
zurückzuführen, sondern auch auf mangelndes Wissen oder Verständnis
über eines der wichtigsten christlichen Grundprinzipien, der Trennung
von Sünde und Sünder.
Es ist erstaunlich, wie weitverbreitet
derartige Missverständnisse sind, wo doch selbst Ungläube nicht selten
wissen, dass Christus selbst seinen Jüngern aufgetragen hat, selbst
Feinde zu lieben und sie zu segnen. Anscheinend begreifen manche
Menschen nur schwer, dass der Versuch, sie an ihrer Selbstzerstörung zu
hindern in der Tat ein Ausdruck der Nächstenliebe, und nicht des Hasses
ihnengegenüber ist.
Christliche Lehre stellt eindeutig
klar, dass wir alle Sünder und somit keineswegs in der Position sind,
andere zu verurteilen - stattdessen wird der Begriff des Richters
allein Gott zugeschrieben. Da jedoch selbst Gott die Menschen (und
diese sind Sünder) liebt, ist es auch ihnen aufgetragen aufgetragen
einander zu lieben, d.h. füreinander zu sorgen und einander in
schwierigen Siutationen zu unterstützen. Dies muss unweigerlich auch
beinhalten, Mitmenschen auf gefährliche, eventuell folgenschwere
Fehltritte hinzuweisen sowie (im Falle der Evangelisierung) aus der
Finsternis zum Licht zu führen. Selbstverständlich ist dabei immer der
freie Wille jedes Einzelnen zu respektieren.
Lukas Kapitel 6:
32
Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr
dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. 33 Und
wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet
ihr dafür? Das tun auch die Sünder. 34 Und wenn ihr nur denen etwas
leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet
ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles
zurückzubekommen. 35 Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes
tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer
Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist
gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 36 Seid barmherzig, wie es auch
euer Vater ist! 37 Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet
werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden.
Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen
werden. 38 Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem,
vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn
nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt
werden. 39 Er gebrauchte auch einen Vergleich und sagte: Kann ein
Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen?
40 Der Jünger steht nicht über seinem Meister; jeder aber, der alles
gelernt hat, wird wie sein Meister sein. 41 Warum siehst du den
Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge
bemerkst du nicht? 42 Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder,
lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du den
Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst
den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus
dem Auge deines Bruders herauszuziehen.
Hier
spricht Christus persönlich von der Feindesliebe und ihrer essentiellen
Bedeutung für ein gottgefälliges Leben. Gerade im spirituellen Bereich
sind hierzu Christen und ganz besonderer Weise berufen, da ein Blinder
nicht einen Blindne führen kann.
Gegen Ende sehen wir jedoch
auch klar, dass man nicht auf heuchlerische Weise versuchen soll,
ständig andere zu kritisieren ohne selbst leben zu können, was man
predigt.
Römer Kapitel 3:
23
Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. 24 Ohne es
verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die
Erlösung in Christus Jesus.
Die Heiligung und
Errettung des Menschen ist in erster Linie auf Christi Werk am Kreuz
zurückzuführen, nicht auf die Werke des Menschen selbst. Dies ist ein
Hinweis auf die Wichtigkeit einer von Bescheidenheit und Demut
geprägten, geistigen Einstellung und soll keinesfalls die Relevanz das
Bemühen der Gläubigen zu einem Leben voll guter Werke mindern.
Hebräer Kapitel 12:
14 Strebt voll Eifer nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird.
Es
soll "mit allen" nach Frieden und Heiligung gestrebt werden. Niemand
ist von diesem Streben ausgeschlossen, im Gegenteil, es wird dazu
ermutigt möglichst viele Menschen mit einzuschließen: Zu ihrem eigenen
Wohl wie auch zum Wohl aller.