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Häufige Fragen zur Religion

Sommer 2009
                                                                                                  
Was bedeutet es, Christ zu sein?
Wie sieht die Wechselbeziehung zwischen dem Christentum und einer modernen Gesellschaft aus?
Inwiefern ist die Trennung von Kirche und Staat sinnvoll?
Was ist die Kirche?
Wie sieht die Zukunft der Kirche aus?
Welche Auswirkungen hat der Zweifel?
Sind die diversen Vorurteile über das Christentum wahr?
Was ist das Wesen des Christentums?


Was bedeutet es, Christ zu sein?

Christ sein heißt, Jesus Christus in Gedanken, Worten und Werken nachzufolgen, bzw. dies mit aller Kraft zu versuchen und Fehltritte zu bereuen. In Wahrheit genügt es nicht, auf dem Papier als Katholik oder Christ einer anderen Konfession eingetragegen zu sein. Es bedarf vielmehr einer geistigen Einstellung, einem geistigen Zustand mit Affinität zum Guten, welcher Früchte trägt. Dieser Zustand entsteht laut Neuem Testament bei der geistigen Wiedergeburt, über die Jesus persönlich spricht. Hierbei wird die aufgrund der Erbsünde schlechte Natur des Menschen regeneriert und manifestiert sich in einer neuem Schöpfung, einem neuen, von Grund auf guten Geist. Laut katholischer Lehre geschieht dies bereits beim Sakrament der Taufe. Dennoch wird der Mensch dadurch nicht automatisch immer das Richtige tun, denn nur sein Geist ist bereits "gut", nicht aber sein Körper oder seine Seele. Außerdem wird er immer auf unterschiedliche Weise in Versuchung (auch unterschiedlichen Ursprungs) geführt werden.

Schriftstellen: Mk 8,34; Mk 10,21; Apg 11,26; Apg 26,28;

Wie sieht die Wechselbeziehung zwischen dem Christentum und einer modernen Gesellschaft aus?

Der Zeitgeist moderner Politik scheint zu besagen, dass christlicher Glaube und daraus hervorgehende Wertvorstellungen mit fortschrittlicher Politik und einer wünschenswerten Gesellschaft nicht vereinbar sind. Ich widerspreche dieser ansicht eindeutig und bin sogar der Meinung, dass das Christentum als ethische Essenz für eine zivilisierte, funktionierende Gesellschaft absolut notwendig ist. Der Grund, warum der Glaube heute gerne aus politischen und gesellschaftlichen Debatten verdrängt wird, ist wohl in seiner Inkompatibilität zur sinnlosen Konsumgesellschaft und zum Turbokapitalismus der heutigen Welt sowie dem Machthunger ihrer Herrscher zu finden. Ein gläubiger, praktizierender Christ ist weder ein besonders vorbildlicher Kunde für ausbeuterische Großkonzerne, noch ein für die Autoritäten wünschenswerter Staatsbürger eines diktatorischen, terroristischen Regimes. 

Schriftstellen: Mk 12,13-17; Mt 6,10; Offb 14,8; Apg 2,44;

Inwiefern ist die Trennung von Kirche und Staat sinnvoll?

Die Trennung von Kirche und Staat ist vor allem wichtig, um die Unabhängigkeit der Kirche vom Staat sicherzustellen. Glaubenslehre darf niemals von politischen Einflüssen verzerrt oder auch nur "angepasst" werden. Eine strikte Trennung zwischen Kirche und Staat trägt somit durchaus zur Erhaltung des wahren Glaubens bei. Allerdings sind selbstverständlich alle gläubigen Christen dazu aufgerufen, ihre religiösen Überzeugungen in ihre politischen Entscheidungen einfließen zu lassen.

Schriftstellen: Joh 18,36; 2Kor 5,20;

Was ist die Kirche?

Die Kirche ist die Gemeinschaft der Gläubigen, der mystische Leib Christi. Wie ein körperlicher Leib ist auch sie unterteilt in verschiedene Teile mit unterschiedlichen Aufgaben, jedoch einem gemeinsamen Zweck, einer einheitlichen Mission. Die von Jesus Chritus selbst gegründete Kirche kann daher nicht in sich geteilt sondern muss eine Einheit sein, sonst kann sie nicht existieren. Es ist daher falsch, von unterschiedlichen "christlichen Kirchen" zu sprechen, da es nur eine solche Kirche gibt. Wer Mitglied der Kirche ist, wird jedoch nicht durch Steuerregister oder andere irdische Papiere festgelegt, sondern letztendlich von Gott selbst. Es ist daher durchaus denkbar, dass Christen, welche aus weltlicher Sicht unterschiedlichen Konfessionen angehören, tatsächlich Teil der einen, wahren Kirche sind und gerettet werden.

Schriftstellen: Mt 16,18; Kol 1,18-24; Apg 4,32

Wie sieht die Zukunft der Kirche aus?

Viele selbsternannte Hellseher oder Propheten wollen über die Kirche und ihre Zukunft bescheid wissen, und meinen jedes Detail genau vorhersagen zu können. Ich bin der Meinung, dass man mit solchen Aussagen sehr vorsichtig umgehen sollte. Zwar besteht die Bibel zu recht großen Teilen aus Prophezeiungen und Eskatologie, jedoch wird hierbei fast immer sehr intensive Symbolik und Bildersprache eingesetzt, was es sehr schwierig macht akurate Interpretationen abzugeben. Natürlich darf man deshalb allerdings auch nicht jeden Versuch einer solchen Interpretation ablehnen, wichtig ist aber die geistige Einstellung des Lesers sowie des Verfassers zur Thematik. Grundsätzlich ist es die Aufgabe der Kirche nach bestem Wissen und Gewissen den Willen Gottes auf Erden zu erfüllen, bis zur Rückkehr Jesu Christi in der (egal ob unmittelbar bevorstehenden oder noch fernen) Zukunft.

Schriftstellen: Mt 24; Mk 13; Lk 12; Offb;

Welche Auswirkungen hat der Zweifel?

Ein Christ kann einen starken Glauben haben und dennoch zweifeln. Dieser Zweifel ist es, der das "Wirken" von vielen Gebeten blockiert. Es ist entgegen der weit verbreiteten Ansicht nicht so, dass Gott die Gebete seiner Kinder nicht erhöhren will - sogar eine sehr geringe "Menge" an Glauben, vergleichbar mit einem Samenkorn, würde ausreichen um Berge zu versetzen. Allerdings scheint auch nur ein wenig Zweifel der Menschen unter Umständen das Wirken und Eingreifen Gottes einschränken zu können. Damit ein Gebet also auf wirkungsvolle Weise erhöhrt werden kann, braucht es also Aufrichtigkeit und Glauben, Zweifel muss möglichst vermieden werden und es muss dem Bund entsprechen.

Schriftstellen: Jak 1,6; Mk 11,23; Mt 21,21; Mt 13,58;

Sind die diversen Vorurteile über das Christentum wahr?

Um den christlichen Glauben ranken sich viele Vorurteile und Halbwahrheiten. Diese beruhen zumeist auf Unwissen, Arroganz oder auch gezielter Verbreitung von Lügen. Gerne werden einzelne Sätze aus der Bibel zitiert um auf heuchlerische Weise eine Art "Fachwissen" über das Wort Gottes vorzutäuschen. Diese Verse werden üblicherweise völlig aus ihrem Zusammenhang gerissen, in ihrer Bedeutung missverstanden und fehlinterpretiert. MAnchmal kommt es auch zum Einsatz von schlechten, absichtlich falschen oder unvollständigen Übersetzungen des Originaltextes. Nicht nur die Bibel selbst, sondern die Kirche oder verschiedene Grundelemente des Glaubens werden auf ähnliche Weise häufig misrepräsentiert. Im Internet finden sich glücklicherweise viele seriöse Klarstellungen, welche frei und kostenlos zugägnlich sind und gerade für im Glauben unerfahrene Menschen hilfreich sein können. Auch auf dieser Webseite werden einige solche Themen behandelt.

Schriftstellen: Mt 7,5;  Mt 5,10; Joh 15,20; Apg 7,52;

Was ist das Wesen des Christentums?

Häufig wird es klischeehaft behauptet, jedoch ist das Wesen des Christentums in der Tat die Liebe. Die Liebe Gottes zu den Menschen und seiner gesamten Schöpfung sowie die Liebe der Menschen zueinander, zu Gott und zur Schöpfung. Diese Liebe ist nicht bloß ein ehrliches Gefühl, sondern auch eine aktiv tätige, charitative und schenkende Kraft, entstehend aus ungezwungenen Entscheidungen und dem freien Willen.

Schriftstellen: Mt 22,36-40; Mk 12,28-34; Lk 18,20; Joh 15,12; Röm 13,9