Kaum
jemand wird diesen Text lesen und noch nie - entweder selbst oder im
Leben von Freunden oder Verwandten - Beziehungskrisen, Liebesdramen und
dergleichen miterlebt haben. Auch Scheidungen scheinen immer häufiger
zu werden, und ein künstlich erzeugter "Geschlechterkampf" breitet sich
auf nahezu allen Ebenen des gesellschaftlichen Zusammenlebens aus. Intakte Familien sind eine Seltenheit,
Beziehungen meist kurz, bedeutungslos und von Streit und Kummer
geprägt. Ehrliche und ernstgemeinte Liebesbeziehungen scheinen zu einem
Hirngespinst, einem Produkt der Fantasie verkommen zu sein. Warum?
Die
Antwort, und eine nachvollziehbare Lösung darauf suchen viele Menschen
heute bei Psychologen, Psychotherapeuthen, Lebens- oder Eheberatern und
dergleichen. Zumindest als Christ sollte man jedoch primär die Heilige
Schrift zu Rate ziehen, denn hier finden sich in der Tat unzählige Ratschläge zur Verwirklichung einer wahrhaft funktionierenden
Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau, welche diese Bezeichnung auch
verdient. Denn bereits im ersten Buch der Bibel, Genesis, lesen wir von Gott
selbst als Urheber der Ehe.
Wie
aber sieht das biblische Modell für Beziehungen wirklich aus? Was ist
von den vielen Vorurteilen, welche das Christentum in dieser Hinsicht
gerne als rückständig, weltfremd oder gar frauenfeindlich
vernunglimpfen, zu halten? Wie so häufig sind diese Vorurteile völlig
unseriös und basieren keinesfalls auf Aussagen der Bibel. Aus diesem
Grund wird dieser Artikel eine Reihe von hierfür wichtigen Versen
erwähnen und interpretieren.
Übersicht:Konzept und Bedeutung der EheEhescheidungWas es heißt zu liebenPraktische RatschlägeSchlussbemerkungenWir
beginnen hierzu mit dem ersten Buch Mose und den Schöpfungsberichten,
welche grundlegende Hinweise über die Beschaffenheit des Menschen und
die Essenz des Ehesakraments geben.
Konzept und Bedeutung der EheGenesis Kapitel 1:26
Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns
ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die
Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle
Kriechtiere auf dem Land. 27 Gott schuf also den Menschen als sein
Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.
28 Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und
vermehrt euch ... 31 Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut. Es wurde Abend und es wurde Morgen: der sechste Tag.Bereits
im ersten Kapitel des ersten Buches der Bibel wird die Schöpfung des
Menschen nicht nur im biologischen, sondern vor allem auch im
geistigen Sinne beschrieben. Hier ist stets von Menschen (plural) die
Rede, und direkt nach dem Begriff "Abbild Gottes" folgt erstmals die
Bezeichnung "Mann und Frau". Dies lässt darauf schließen dass hier
mit dem Menschen als Abbild Gottes die eheliche Einheit und
Gemeinschaft von Mann und Frau gemeint ist. In der Tat spiegelt nichts
in der Schöpfung die göttliche Trinität besser wieder als eine intakte
Familie (Vater-Mutter-Kindn), was wohl auch ein Grund für die scheinbar
niemals endenden Versuche "der Welt" eben diese Familie zu zerstören
ist.
Genesis Kapitel 2:18
Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein
bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. Der
zweite Schöpfungsbericht beschreibt dagegen Adam, auch vor der
Erschaffung Evas bereits als Menschen und legt seinen Fokus daher also
auf den biologischen Aspekt. Vers 18 wird jedoch manchmal dazu
verwendet, um eine Minderwertigkeit der Frau feststellen zu wollen, da
sie hier als "Hilfe" bezeichnet wird. Dieses Wort wird jedoch in der
Bibel in der Regel äußerst positiv angewandt und eigentlich niemals
abwertend. Es ist sogar so, dass der Heilige Geist selbst im Neuen
Testament manchmal als Helfer tituliert wird. Da dieser die dritte
Person der Dreifaltigkeit darstellt (und auch die 2. Person, Jesus
Christus, zumindest an einer Stelle wörtlich als "Helfer" beschrieben
wird) kann man also eine in irgendeiner Form negative Bedeutung des
Wortes ausschließen. Im Gegenteil, es handelt sich dabei sogar um
eine äußerst ehrenswerte Bezeichnung.
Machen wir nun einen Sprung in den neuen, ewigen Bund welcher vorwiegend im Neuen Testament behandelt wird.
EhescheidungMarkus Kapitel 10:2
Da kamen Pharisäer zu ihm und fragten: Darf ein Mann seine Frau aus der
Ehe entlassen? Damit wollten sie ihm eine Falle stellen. 3 Er
antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? 4 Sie sagten: Mose
hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und (die Frau) aus der
Ehe zu entlassen. 5 Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig
seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. 6 Am Anfang der Schöpfung aber
hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. 7 Darum wird der Mann Vater
und Mutter verlassen, 8 und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind
also nicht mehr zwei, sondern eins. 9 Was aber Gott verbunden hat, das
darf der Mensch nicht trennen. 10 Zu Hause befragten ihn die Jünger
noch einmal darüber. 11 Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe
entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. 12
Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe
entlässt und einen anderen heiratet.Christus selbst
verbindet hier die Schöpfung des Menschen als Mann und Frau mit der
Ehe, und stellt eindeutig klar, dass diese ein lebenslanger Bund sein
soll und hartherzige, leichtsinnige Scheidungen nicht dem Willen Gottes
entsprechen.
Der Mensch darf nicht trennen, was Gott
verbunden hat, heißt es in Vers 9. Ist aber wirklich jede Ehe eine von
Gott geschaffene Verbindung, oder können Menschen nicht auch Ehen
unabhängig von Gottes Willen schließen? Grundsätzlich wissen wir
bereits aus der Gutheißung und der Segnung in Genesis, dass eine Ehe an
sich etwas Gutes ist und somit dem Willen Gottes entspricht. Allerdings
ist (und war) nicht alles, was die Gesellschaft als "Ehe"
bezeichnet(e), auch wahrhaftig eine gültige Ehe aus christlicher Sicht.
Es sind bestimmte Vorraussetzungen notwendig, damit eine Beziehung
unabhängig von ihrer weltlichen Bezeichnung tatsächlich eine Ehe ist.
Matthäus Kapitel 5:31
Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr
eine Scheidungsurkunde geben. 32 Ich aber sage euch: Wer seine Frau
entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem
Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen
worden ist, begeht Ehebruch. Diese
Stelle wird von manchen Gläubigen so interpretiert, dass Unzucht eine
Ausnahmesituation darstellt, welche die Ehescheidung ermöglicht. Zwar
wird hier indirekt erwähnt, dass kein Ehebruch geschieht wenn der
Scheidung ein Unzuchtsfall vorausgeht. Ob die Scheidung an sich jedoch
trotzdem Sünde bleibt, ist umstritten.
Mit diesem Artikel
möchte ich mich jedoch nicht zu ausführlich solchen Details
auseinandersetzen, sondern vielmehr auf das Leben in der Ehe oder
Beziehung selbst eingehen. Heute werden nämlich Begriffe wie "Liebe"
oder "Beziehung" sehr schnell in den Mund genommen, auch wenn man sich
garnicht sicher ist, was diese eigentlich bedeuten.
Was es heißt zu liebenDie
folgenden Schriftstellen und Interpretationen sind für alle
Liebesbeziehungen zwischen Mann und Frau von besonderer Relevanz, auch
wenn eine Eheschließung (noch) nicht stattgefunden hat.
Markus Kapitel 7:1
Die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen
waren, hielten sich bei Jesus auf. 2 Sie sahen, dass einige seiner
Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen.
3 Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit
einer Hand voll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die
Überlieferung der Alten vorschreibt. ... 6 Er antwortete ihnen: Der
Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte:
Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von
mir. 7 Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind
Satzungen von Menschen. 8 Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch
an die Überlieferung der Menschen. ... 14 Dann rief er die Leute
wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage:
15 Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein
machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
17 ... Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften
Wortes. 18 Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht
ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht
unrein machen kann? 19 Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern
in den Magen und wird wieder ausgeschieden. ... 20 Weiter sagte er: Was
aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. 21 Denn von innen,
aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht,
Diebstahl, Mord, 22 Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist,
Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. 23 All dieses
Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.Diese
Passage beschreibt sehr eindrucksvoll, dass nicht äußere Zeichen oder
Rituale wirklich ausschlaggebend sind, sondern die Intentionen des
Herzens. So kann beispielsweise die Beziehung eines jungen, einander
wirklich liebenden Paares sowohl für die Menschen wie auch für Gott
bedeutungsvoller sein und dem Ideal der Ehe viel mehr entsprechen als
eine offizielle, weltliche "Ehe" zweier Menschen, welche sich
weder um ihren Partner noch um ihre Beziehung im Allgemeinen
kümmern.
Eine ähnliche Bedeutung haben auch bekannte Texte wie
Lukas 10,38-47 (Maria und Martha),
Lukas 10,25-37 (Barmherziger Samarither) oder
Johannes 4,17-19
(Begegnung mit der Frau am Brunnen) und noch viele andere
Schriftstellen. Immer wieder wird man im Neuen Testament darauf
aufmerksam gemacht, dass der Geist und die Seele des Menschen das
wahrlich Wesentliche und Entscheidende für seine Person sind. Ständig
wird das Gleichnis Jesu bestätigt, welches besagt dass man zuerst die
Innenseite der Schale waschen soll, wodurch auch die Äußere sauber
werden wird. Und dennoch bemühen sich heute wie damals so viele
Menschen nur um ihren äußeren Eindruck, ihre Erscheinung, ihr Bild vor
der Welt - nicht jedoch um ein aufrichtiges Herz, die
Quintessenz jeder Liebesbeziehung.
Epheser Kapitel 5:25
Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich
für sie hingegeben hat, 26 um sie im Wasser und durch das Wort rein und
heilig zu machen.Markus Kapitel 10:45
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu
lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für
viele. Johannes Kapitel 13:1
Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen
war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die
in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur
Vollendung. ... 5 Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den
Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit
dem er umgürtet war. 6 Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm:
Du, Herr, willst mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete ihm: Was ich
tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.
... 5 Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den
Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit
dem er umgürtet war. 6 Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm:
Du, Herr, willst mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete ihm: Was ich
tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.Epheser Kapitel 5:21 Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus. Die
obenstehenden Kapitel und Verse sind wesentlicher Teil der eigentlichen
Kernaussage dieses Artikels. Gerne wird von wenig informierten Menschen
eine angeblich geringe Wertschätzung der Frau in der Bibel propagiert.
Selten wird dabei die Bibel als "Wort" Gottes verstanden, denn ein Wort
ist stets eine in sich geschlossene Botschaft, die es als Ganzes (d.h.
nicht nur einzelne Buchstaben) zu betrachten gilt. Andernfalls gäbe es
keine Möglichkeit zu solch absurden Behauptungen.
In Stellen
wie Epheser 5,25 werden Männer sogar dazu aufgerufen, ihre Frauen so zu
lieben wie Christus die Kirche. Was bedeutet das? Es ist sicherlich die
klarste, reinste Form der Liebe. Eine Form der Liebe, welche sehr
unabhängig vom Verhalten der geliebten ist - d.h. dass begangene Fehler
und auftretende Krisen in einer Beziehung diese Liebe nicht zerstören
können. Außerdem wissen wir, dass Christus sich für eben diese Kirche
kreuzigen ließ, also sein Leben für sie hingab. Wieviele Männer wären
heute wirklich bereit, dasselbe für ihre Frauen (oder gar
"Freundinnen) zu tun?
Markus 10,45 und Johannes 13 sind
wichtige Bibelstellen, die die Lebensweise Christi näher beschreiben.
Christus hätte einerseits aufgrund seiner Gottheit, und andererseits
seiner Stellung als Rabbuni für die Apostel ein
klassischer "Herrscher" sein können. Stattdessen machte er sich
selbst während seines ganzen irdischen Lebens zum Diener und brachte
schließlich das größtmöglich Opfer dar.
Wenn aber
Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott, sich für seinen Mitmenschen
diente und sich für die Kirche aufopferte, so müssen Christen
(Menschen, die Christus nachfolgen) genauso leben. Männer sind in noch
besonderer Weise angehalten, sich für ihre Frauen hinzugeben,
aufzuopfern wie Christus es für die Kirche getan hat. Wie man hieraus
auch nur eine noch so geringe Rechtfertigung für männliches
"Machogehabe" oder Frauenfeindlichkeit egal in welcher Form erkennen
will, ist mir ein Rätsel.
Trotzdem sprechen manche
Schriftstellen, insbesondere einige Briefe des Apostels Paulus von der
"Unterordnung" der Frau. So auch die folgende von Petrus verfasste
Stelle:
1. Petrus Kapitel 3:1
Ebenso sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch sie,
falls sie dem Wort (des Evangeliums) nicht gehorchen, durch das Leben
ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden, 2 wenn sie sehen, wie
ehrfürchtig und rein ihr lebt. 3 Nicht auf äußeren Schmuck sollt ihr
Wert legen, auf Haartracht, Gold und prächtige Kleider, 4 sondern was
im Herzen verborgen ist, das sei euer unvergänglicher Schmuck: ein
sanftes und ruhiges Wesen. Das ist wertvoll in Gottes Augen. 5 So haben
sich einst auch die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf
Gott setzten: Sie ordneten sich ihren Männern unter. 6 Sara gehorchte
Abraham und nannte ihn ihren Herrn. Ihre Kinder seid ihr geworden, wenn
ihr recht handelt und euch vor keiner Einschüchterung fürchtet. 7
Ebenso sollt ihr Männer im Umgang mit euren Frauen rücksichtsvoll sein,
denn sie sind der schwächere Teil; ehrt sie, denn auch sie sind Erben
der Gnade des Lebens. So wird euren Gebeten nichts mehr im Weg stehen. Zunächst sollte erwähnt werden, dass diese manchmal kontrovers erscheinenden
Aussagen immer im Lichte anderer, verwandter Passagen
gelesen werden müssen, wie z.B.
Galater 3,28,
1. Korinther 7,4,
1. Timotheus 1,8 oder
Lukas 14,11.
Dadurch wird man feststellen, dass Christen ganz allgemein versuchen
sollen, das Wohlbefinden ihrer Mitmenschen vor ihr eigenes zu stellen,
und nichts anderes ist mit "Unterordnung" im christlichen Sinne
gemeint. Dies gilt gleichermaßen für beide Geschlechter.
Grundsätzlich sind Christen also dazu aufgefordert, sich
ganz
allgemein (Männer wie Frauen) einander unterzuordnen (
Eph 5,21), d.h.
die Bedürfnisse anderer vor die Eigenen zu stellen. In einer echten
Beziehung oder Ehe gilt dies selbstverständlich noch viel mehr als im
Alltagsleben. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass keine
Form der christlichen "Unterordnung" gegen andere biblische Prinzipien
verstoßen darf - allein dadurch ist jede Form der Unterdrückung oder
Ausbeutung bereits gänzlich ausgeschlossen.
Praktische RatschlägePhilipper Kapitel 4:8
Schließlich, Brüder: Was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter,
liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist,
darauf seid bedacht!Viel
zu häufig denken Menschen an das Negative in ihrem Leben und ihren
Beziehungen. In Wahrheit wäre es bedeutend vernünftiger und für vitale
Liebesbeziehungen förderlicher, würden sich die Parnter auf die
positiven, erfreulichen Elemente ihres Gegenüber und ihres
Zusammenseins konzentrieren. Dadurch wird die Beziehung und der
Lebenspartner unmittelbar mit den glücklichen, anstatt den ärgerlichen,
Ereignissen der Vergangenheit assoziiert, wodurch wiederum Vorfreude
auf die gemeinsame Zukunft und allgemein ein deutlich angenehmeres
"Klima" entsteht.
1. Timotheus Kapitel 5:8
Wer aber für seine Verwandten, besonders für die eigenen Hausgenossen,
nicht sorgt, der verleugnet damit den Glauben und ist schlimmer als ein
Ungläubiger. Die Sorge und Fürsorge für
Familienmitglieder, aber auch ganz grundsätzlich für Mitmenschen ist
eine unausweichliche Ausdrucksform des christlichen Glaubens im
Alltagsleben. Dies gilt natürlich in ganz besonderer Weise, vielleicht
sogar noch mehr als in allen anderen Fällen, für Liebes- bzw. Ehepaare.
Das seelische, geistige, aber eben auch körperliche Wohlbefinden des
Partners sollte oberste Priorität haben und damit noch vor dem eigenen
stehen.
1. Korinther Kapitel 13:1
Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die
Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. 2 Und
wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle
Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit
versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. 3 Und
wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib dem
Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. 4 Die
Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie
prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. 5 Sie handelt nicht ungehörig,
sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das
Böse nicht nach. 6 Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut
sich an der Wahrheit. 7 Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles,
hält allem stand. ... 13 Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe,
diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe. Hier
wird die immense Wichtigkeit der Liebe anhand von mächtigen Beispielen
und Vergleichen geschildert. Die intensivste undkraftvollste Form der
Verwirklichung dieser Liebe ist die Beziehung zwischen Mann und Frau
innerhalb der heiligen Ehe und der einhergehenden Gründung einer
intakten Familie.
Trotz allem besteht auch eine solche
Familie letzten Endes jedoch aus Menschen, welche im Laufe ihres Lebens
viele Fehler begehen werden. Es ist daher fatal anzunehmen,
Liebesbeziehungen, Ehen, oder Familien wären das Paradies auf Erden.
Vielmehr geht es darum, alle auftretenden Probleme und Schwierigkeiten
gemeinsam zu überwinden und daran zu wachsen.
Hebräer Kapitel 13:4
Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett bleibe
unbefleckt; denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten. 5 Euer
Leben sei frei von Habgier; seid zufrieden mit dem, was ihr habt; denn
Gott hat versprochen: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich
nicht. 6 Darum dürfen wir zuversichtlich sagen: Der Herr ist mein
Helfer, ich fürchte mich nicht. Was können Menschen mir antun? Die
Ehe ist eine ehrenswerte, von Gott selbst geschaffene und gesegnete
Institution. Sie hat daher nahezu unbegrenztes Potential (mit Gottes
Hilfe und Beistand) alle auch noch so furchtbar wirkenden Bedrohungen,
Gefahren oder Katastrophen zu überstehen. Es ist wichtig, dass sich das
Paar dessen immer bewusst ist.
1. Johannes Kapitel 3:17
Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den
er in Not sieht, wie kann die Gottesliebe in ihm bleiben? 18 Meine
Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und
Wahrheit. 19 Daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind,
und werden unser Herz in seiner Gegenwart beruhigen. Liebe
ist längst nicht nur ein Gefühl. Sie ist noch so viel mehr, unter
anderem ein Entschluss, eine Entscheidung zu bestimmten Taten, welche
wiederum eine körperliche Manifestation dieser Liebe sind. Gespräche
sind wichtig, doch leere Worte allein reichen nicht aus um eine
Beziehung am Leben zu erhalten. Werke der Liebe sind Liebesbeweise.
Der Sinn aller Gebote ist
und des alttestamentalischen Gesetzes war es, die Liebe in das Leben
des Menschen zu bringen. Egal ob Liebe im ehelichen und romantischen
Sinn oder als Nächstenliebe, es handelt sich dabei um den Grundbaustein
aller zwischenmenschlichen Beziehungen und damit der gesamten
Gesellschaft. Wer dies bedenkt, beachtet und dementsprechend handelt,
braucht sich nicht um das Gesetz Gottes sorgen, denn er erfüllt es aus
dieser seiner Lebenseinstellung heraus.
Wie kann das
erste Gebot das Wichtigste von allen sein, und das Zweite ist dennoch
genauso wichtig? Die beiden Gebote sind voneinander abhängig, sie
können nicht getrennt voneinander bestehen oder gehalten werden. Die
Liebe zu Gott ist, gerade in schweirigen Zeiten, die unerschöpfliche
Quelle der Liebe für den Nächsten, und besonders den Lebenspartner. Die
Liebe zu und mit diesem Partner erzeugt allerdings auch biblische,
dankende Liebe zu Gott, mehr noch als alles andere es jemals
könnte.