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Mann und Frau

Sommer 2009
Der Text thematisiert das Zusammenleben von Männern und Frauen in zwischenmenschlichen Beziehungen und etwaige, daraus entstehende Problematiken. Es geht dabei nicht ausschließlich um die Ehe. Auch voreheliche Beziehungen sollen durch den Artikel angesprochen werden, da diese aus christlicher Sicht letztlich dazu dienen, den richtigen Lebens- und Ehepartner zu finden
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Kaum jemand wird diesen Text lesen und noch nie - entweder selbst oder im Leben von Freunden oder Verwandten - Beziehungskrisen, Liebesdramen und dergleichen miterlebt haben. Auch Scheidungen scheinen immer häufiger zu werden, und ein künstlich erzeugter "Geschlechterkampf" breitet sich auf nahezu allen Ebenen des gesellschaftlichen Zusammenlebens aus. Intakte Familien sind eine Seltenheit, Beziehungen meist kurz, bedeutungslos und von Streit und Kummer geprägt. Ehrliche und ernstgemeinte Liebesbeziehungen scheinen zu einem Hirngespinst, einem Produkt der Fantasie verkommen zu sein. Warum?

Die Antwort, und eine nachvollziehbare Lösung darauf suchen viele Menschen heute bei Psychologen, Psychotherapeuthen, Lebens- oder Eheberatern und dergleichen. Zumindest als Christ sollte man jedoch primär die Heilige Schrift zu Rate ziehen, denn hier finden sich in der Tat unzählige Ratschläge zur Verwirklichung einer wahrhaft funktionierenden Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau, welche diese Bezeichnung auch verdient. Denn bereits im ersten Buch der Bibel, Genesis, lesen wir von Gott selbst als Urheber der Ehe.

Wie aber sieht das biblische Modell für Beziehungen wirklich aus? Was ist von den vielen Vorurteilen, welche das Christentum in dieser Hinsicht gerne als rückständig, weltfremd oder gar frauenfeindlich vernunglimpfen, zu halten? Wie so häufig sind diese Vorurteile völlig unseriös und basieren keinesfalls auf Aussagen der Bibel. Aus diesem Grund wird dieser Artikel eine Reihe von hierfür wichtigen Versen erwähnen und interpretieren.

Übersicht:
Konzept und Bedeutung der Ehe
Ehescheidung
Was es heißt zu lieben
Praktische Ratschläge
Schlussbemerkungen

Wir beginnen hierzu mit dem ersten Buch Mose und den Schöpfungsberichten, welche grundlegende Hinweise über die Beschaffenheit des Menschen und die Essenz des Ehesakraments geben.

Konzept und Bedeutung der Ehe

Genesis Kapitel 1:
26 Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land. 27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. 28 Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch ... 31 Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut. Es wurde Abend und es wurde Morgen: der sechste Tag.

Bereits im ersten Kapitel des ersten Buches der Bibel wird die Schöpfung des Menschen nicht nur im biologischen, sondern vor allem auch im geistigen Sinne beschrieben. Hier ist stets von Menschen (plural) die Rede, und direkt nach dem Begriff "Abbild Gottes" folgt erstmals die Bezeichnung "Mann und Frau". Dies lässt darauf schließen dass hier mit dem Menschen als Abbild Gottes die eheliche Einheit und Gemeinschaft von Mann und Frau gemeint ist. In der Tat spiegelt nichts in der Schöpfung die göttliche Trinität besser wieder als eine intakte Familie (Vater-Mutter-Kindn), was wohl auch ein Grund für die scheinbar niemals endenden Versuche "der Welt" eben diese Familie zu zerstören ist.

Genesis Kapitel 2:
18 Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. 

Der zweite Schöpfungsbericht beschreibt dagegen Adam, auch vor der Erschaffung Evas bereits als Menschen und legt seinen Fokus daher also auf den biologischen Aspekt. Vers 18 wird jedoch manchmal dazu verwendet, um eine Minderwertigkeit der Frau feststellen zu wollen, da sie hier als "Hilfe" bezeichnet wird. Dieses Wort wird jedoch in der Bibel in der Regel äußerst positiv angewandt und eigentlich niemals abwertend. Es ist sogar so, dass der Heilige Geist selbst im Neuen Testament manchmal als Helfer tituliert wird. Da dieser die dritte Person der Dreifaltigkeit darstellt (und auch die 2. Person, Jesus Christus, zumindest an einer Stelle wörtlich als "Helfer" beschrieben wird) kann man also eine in irgendeiner Form negative Bedeutung des Wortes ausschließen. Im Gegenteil, es handelt sich dabei sogar um eine äußerst ehrenswerte Bezeichnung.

Machen wir nun einen Sprung in den neuen, ewigen Bund welcher vorwiegend im Neuen Testament behandelt wird.

Ehescheidung

Markus Kapitel 10:
2 Da kamen Pharisäer zu ihm und fragten: Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen? Damit wollten sie ihm eine Falle stellen. 3 Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? 4 Sie sagten: Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und (die Frau) aus der Ehe zu entlassen. 5 Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. 6 Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. 7 Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, 8 und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. 9 Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. 10 Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber. 11 Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. 12 Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.

Christus selbst verbindet hier die Schöpfung des Menschen als Mann und Frau mit der Ehe, und stellt eindeutig klar, dass diese ein lebenslanger Bund sein soll und hartherzige, leichtsinnige Scheidungen nicht dem Willen Gottes entsprechen.

Der Mensch darf nicht trennen, was Gott verbunden hat, heißt es in Vers 9. Ist aber wirklich jede Ehe eine von Gott geschaffene Verbindung, oder können Menschen nicht auch Ehen unabhängig von Gottes Willen schließen? Grundsätzlich wissen wir bereits aus der Gutheißung und der Segnung in Genesis, dass eine Ehe an sich etwas Gutes ist und somit dem Willen Gottes entspricht. Allerdings ist (und war) nicht alles, was die Gesellschaft als "Ehe" bezeichnet(e), auch wahrhaftig eine gültige Ehe aus christlicher Sicht. Es sind bestimmte Vorraussetzungen notwendig, damit eine Beziehung unabhängig von ihrer weltlichen Bezeichnung tatsächlich eine Ehe ist.

Matthäus Kapitel 5:
31 Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. 32 Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.

Diese Stelle wird von manchen Gläubigen so interpretiert, dass Unzucht eine Ausnahmesituation darstellt, welche die Ehescheidung ermöglicht. Zwar wird hier indirekt erwähnt, dass kein Ehebruch geschieht wenn der Scheidung ein Unzuchtsfall vorausgeht. Ob die Scheidung an sich jedoch trotzdem Sünde bleibt, ist umstritten.

Mit diesem Artikel möchte ich mich jedoch nicht zu ausführlich solchen Details auseinandersetzen, sondern vielmehr auf das Leben in der Ehe oder Beziehung selbst eingehen. Heute werden nämlich Begriffe wie "Liebe" oder "Beziehung" sehr schnell in den Mund genommen, auch wenn man sich garnicht sicher ist, was diese eigentlich bedeuten.

Was es heißt zu lieben

Die folgenden Schriftstellen und Interpretationen sind für alle Liebesbeziehungen zwischen Mann und Frau von besonderer Relevanz, auch wenn eine Eheschließung (noch) nicht stattgefunden hat.

Markus Kapitel 7:
1 Die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, hielten sich bei Jesus auf. 2 Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. 3 Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Hand voll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. ... 6 Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. 7 Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. 8 Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. ...  14 Dann rief er die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: 15 Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. 17 ... Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften Wortes. 18 Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? 19 Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. ... 20 Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. 21 Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, 22 Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. 23 All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

Diese Passage beschreibt sehr eindrucksvoll, dass nicht äußere Zeichen oder Rituale wirklich ausschlaggebend sind, sondern die Intentionen des Herzens. So kann beispielsweise die Beziehung eines jungen, einander wirklich liebenden Paares sowohl für die Menschen wie auch für Gott bedeutungsvoller sein und dem Ideal der Ehe viel mehr entsprechen als eine offizielle, weltliche "Ehe" zweier Menschen, welche sich weder um ihren Partner noch um ihre Beziehung im Allgemeinen kümmern. 

Eine ähnliche Bedeutung haben auch bekannte Texte wie Lukas 10,38-47 (Maria und Martha), Lukas 10,25-37 (Barmherziger Samarither) oder Johannes 4,17-19 (Begegnung mit der Frau am Brunnen) und noch viele andere Schriftstellen. Immer wieder wird man im Neuen Testament darauf aufmerksam gemacht, dass der Geist und die Seele des Menschen das wahrlich Wesentliche und Entscheidende für seine Person sind. Ständig wird das Gleichnis Jesu bestätigt, welches besagt dass man zuerst die Innenseite der Schale waschen soll, wodurch auch die Äußere sauber werden wird. Und dennoch bemühen sich heute wie damals so viele Menschen nur um ihren äußeren Eindruck, ihre Erscheinung, ihr Bild vor der Welt - nicht jedoch um ein aufrichtiges Herz, die Quintessenz jeder Liebesbeziehung.

Epheser Kapitel 5:
25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, 26 um sie im Wasser und durch das Wort rein und heilig zu machen.

Markus Kapitel 10:
45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. 

Johannes Kapitel 13:
1 Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung. ... 5 Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. 6 Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. ...  5 Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. 6 Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.

Epheser Kapitel 5:
21 Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus. 

Die obenstehenden Kapitel und Verse sind wesentlicher Teil der eigentlichen Kernaussage dieses Artikels. Gerne wird von wenig informierten Menschen eine angeblich geringe Wertschätzung der Frau in der Bibel propagiert. Selten wird dabei die Bibel als "Wort" Gottes verstanden, denn ein Wort ist stets eine in sich geschlossene Botschaft, die es als Ganzes (d.h. nicht nur einzelne Buchstaben) zu betrachten gilt. Andernfalls gäbe es keine Möglichkeit zu solch absurden Behauptungen.

In Stellen wie Epheser 5,25 werden Männer sogar dazu aufgerufen, ihre Frauen so zu lieben wie Christus die Kirche. Was bedeutet das? Es ist sicherlich die klarste, reinste Form der Liebe. Eine Form der Liebe, welche sehr unabhängig vom Verhalten der geliebten ist - d.h. dass begangene Fehler und auftretende Krisen in einer Beziehung diese Liebe nicht zerstören können. Außerdem wissen wir, dass Christus sich für eben diese Kirche kreuzigen ließ, also sein Leben für sie hingab. Wieviele Männer wären heute wirklich bereit, dasselbe für ihre Frauen (oder gar "Freundinnen) zu tun?

Markus 10,45 und Johannes 13 sind wichtige Bibelstellen, die die Lebensweise Christi näher beschreiben. Christus hätte einerseits aufgrund seiner Gottheit, und andererseits seiner Stellung als Rabbuni für die Apostel ein klassischer "Herrscher" sein können. Stattdessen machte er sich selbst während seines ganzen irdischen Lebens zum Diener und brachte schließlich das größtmöglich Opfer dar.

Wenn aber Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott, sich für seinen Mitmenschen diente und sich für die Kirche aufopferte, so müssen Christen (Menschen, die Christus nachfolgen) genauso leben. Männer sind in noch besonderer Weise angehalten, sich für ihre Frauen hinzugeben, aufzuopfern wie Christus es für die Kirche getan hat. Wie man hieraus auch nur eine noch so geringe Rechtfertigung für männliches "Machogehabe" oder Frauenfeindlichkeit egal in welcher Form erkennen will, ist mir ein Rätsel.

Trotzdem sprechen manche Schriftstellen, insbesondere einige Briefe des Apostels Paulus von der "Unterordnung" der Frau. So auch die folgende von Petrus verfasste Stelle:

1. Petrus Kapitel 3:
1 Ebenso sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch sie, falls sie dem Wort (des Evangeliums) nicht gehorchen, durch das Leben ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden, 2 wenn sie sehen, wie ehrfürchtig und rein ihr lebt. 3 Nicht auf äußeren Schmuck sollt ihr Wert legen, auf Haartracht, Gold und prächtige Kleider, 4 sondern was im Herzen verborgen ist, das sei euer unvergänglicher Schmuck: ein sanftes und ruhiges Wesen. Das ist wertvoll in Gottes Augen. 5 So haben sich einst auch die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten: Sie ordneten sich ihren Männern unter. 6 Sara gehorchte Abraham und nannte ihn ihren Herrn. Ihre Kinder seid ihr geworden, wenn ihr recht handelt und euch vor keiner Einschüchterung fürchtet. 7 Ebenso sollt ihr Männer im Umgang mit euren Frauen rücksichtsvoll sein, denn sie sind der schwächere Teil; ehrt sie, denn auch sie sind Erben der Gnade des Lebens. So wird euren Gebeten nichts mehr im Weg stehen.

Zunächst sollte erwähnt werden, dass diese manchmal kontrovers erscheinenden Aussagen immer im Lichte anderer, verwandter Passagen gelesen werden müssen, wie z.B. Galater 3,28, 1. Korinther 7,4, 1. Timotheus 1,8 oder Lukas 14,11. Dadurch wird man feststellen, dass Christen ganz allgemein versuchen sollen, das Wohlbefinden ihrer Mitmenschen vor ihr eigenes zu stellen, und nichts anderes ist mit "Unterordnung" im christlichen Sinne gemeint. Dies gilt gleichermaßen für beide Geschlechter. 

Grundsätzlich sind Christen also dazu aufgefordert, sich ganz allgemein (Männer wie Frauen) einander unterzuordnen (Eph 5,21), d.h. die Bedürfnisse anderer vor die Eigenen zu stellen. In einer echten Beziehung oder Ehe gilt dies selbstverständlich noch viel mehr als im Alltagsleben. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass keine Form der christlichen "Unterordnung" gegen andere biblische Prinzipien verstoßen darf - allein dadurch ist jede Form der Unterdrückung oder Ausbeutung bereits gänzlich ausgeschlossen. 



Praktische Ratschläge

Philipper Kapitel 4:
8 Schließlich, Brüder: Was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf seid bedacht!

Viel zu häufig denken Menschen an das Negative in ihrem Leben und ihren Beziehungen. In Wahrheit wäre es bedeutend vernünftiger und für vitale Liebesbeziehungen förderlicher, würden sich die Parnter auf die positiven, erfreulichen Elemente ihres Gegenüber und ihres Zusammenseins konzentrieren. Dadurch wird die Beziehung und der Lebenspartner unmittelbar mit den glücklichen, anstatt den ärgerlichen, Ereignissen der Vergangenheit assoziiert, wodurch wiederum Vorfreude auf die gemeinsame Zukunft und allgemein ein deutlich angenehmeres "Klima" entsteht.

1. Timotheus Kapitel 5:
8 Wer aber für seine Verwandten, besonders für die eigenen Hausgenossen, nicht sorgt, der verleugnet damit den Glauben und ist schlimmer als ein Ungläubiger.

Die Sorge und Fürsorge für Familienmitglieder, aber auch ganz grundsätzlich für Mitmenschen ist eine unausweichliche Ausdrucksform des christlichen Glaubens im Alltagsleben. Dies gilt natürlich in ganz besonderer Weise, vielleicht sogar noch mehr als in allen anderen Fällen, für Liebes- bzw. Ehepaare. Das seelische, geistige, aber eben auch körperliche Wohlbefinden des Partners sollte oberste Priorität haben und damit noch vor dem eigenen stehen. 

1. Korinther Kapitel 13:
1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. 3 Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. 4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. 5 Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. 6 Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. 7 Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. ... 13 Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

Hier wird die immense Wichtigkeit der Liebe anhand von mächtigen Beispielen und Vergleichen geschildert. Die intensivste undkraftvollste Form der Verwirklichung dieser Liebe ist die Beziehung zwischen Mann und Frau innerhalb der heiligen Ehe und der einhergehenden Gründung einer intakten Familie.

Trotz allem besteht auch eine solche Familie letzten Endes jedoch aus Menschen, welche im Laufe ihres Lebens viele Fehler begehen werden. Es ist daher fatal anzunehmen, Liebesbeziehungen, Ehen, oder Familien wären das Paradies auf Erden. Vielmehr geht es darum, alle auftretenden Probleme und Schwierigkeiten gemeinsam zu überwinden und daran zu wachsen.

Hebräer Kapitel 13:
4 Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett bleibe unbefleckt; denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten. 5 Euer Leben sei frei von Habgier; seid zufrieden mit dem, was ihr habt; denn Gott hat versprochen: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. 6 Darum dürfen wir zuversichtlich sagen: Der Herr ist mein Helfer, ich fürchte mich nicht. Was können Menschen mir antun?

Die Ehe ist eine ehrenswerte, von Gott selbst geschaffene und gesegnete Institution. Sie hat daher nahezu unbegrenztes Potential (mit Gottes Hilfe und Beistand) alle auch noch so furchtbar wirkenden Bedrohungen, Gefahren oder Katastrophen zu überstehen. Es ist wichtig, dass sich das Paar dessen immer bewusst ist.

1. Johannes Kapitel 3:
17 Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann die Gottesliebe in ihm bleiben? 18 Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit. 19 Daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und werden unser Herz in seiner Gegenwart beruhigen.

Liebe ist längst nicht nur ein Gefühl. Sie ist noch so viel mehr, unter anderem ein Entschluss, eine Entscheidung zu bestimmten Taten, welche wiederum eine körperliche Manifestation dieser Liebe sind. Gespräche sind wichtig, doch leere Worte allein reichen nicht aus um eine Beziehung am Leben zu erhalten. Werke der Liebe sind Liebesbeweise.

Schlussbemerkungen

Römer Kapitel 13:
8 Bleibt niemand etwas schuldig; nur die Liebe schuldet ihr einander immer. Wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn die Gebote: Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren!, und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.

Der Sinn aller Gebote ist und des alttestamentalischen Gesetzes war es, die Liebe in das Leben des Menschen zu bringen. Egal ob Liebe im ehelichen und romantischen Sinn oder als Nächstenliebe, es handelt sich dabei um den Grundbaustein aller zwischenmenschlichen Beziehungen und damit der gesamten Gesellschaft. Wer dies bedenkt, beachtet und dementsprechend handelt, braucht sich nicht um das Gesetz Gottes sorgen, denn er erfüllt es aus dieser seiner Lebenseinstellung heraus.

Matthäus Kapitel 22:
36 Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? 37 Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. 38 Das ist das wichtigste und erste Gebot. 39 Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 40 An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten. 

Wie kann das erste Gebot das Wichtigste von allen sein, und das Zweite ist dennoch genauso wichtig? Die beiden Gebote sind voneinander abhängig, sie können nicht getrennt voneinander bestehen oder gehalten werden. Die Liebe zu Gott ist, gerade in schweirigen Zeiten, die unerschöpfliche Quelle der Liebe für den Nächsten, und besonders den Lebenspartner. Die Liebe zu und mit diesem Partner erzeugt allerdings auch biblische, dankende Liebe zu Gott, mehr noch als alles andere es jemals könnte.