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Standpunkte zum Lebensschutz

Herbst 2009
Abtreibung, Euthanasie und der Wert menschlichen Lebens
                                                                                                  

Wer den Wert menschlichen Lebens nicht erkennt oder anerkennt disqualifiziert sich selbst als möglicher Vertreter zivilisierter und moralischer Gesellschaftspolitik. Dabei ist es primär irrelevant ob es sich um eine Einzelperson, eine Partei oder eine Bewegung handelt.

In Europa ist es den Menschen erfreulicherweise zumindest mehrheitlich bewusst geworden, dass die Todesstrafe inakzeptabel, weil unzivilisiert und unmoralisch ist. Selbst Schwerverbrecher haben in der Tat ein Recht zu leben, schließlich sind Menschen in der Lage sich zu ändern und auch aus noch so schrecklichen Fehlern zu lernen. Umso bizarrer ist es jedoch, dass dieses Bewusstsein in anderen Bereichen bei weitem noch nicht so weit ausgeprägt ist.

So wird es hierzulande beispielsweise gesellschaftlich akzeptiert oder sogar unterstüzt und rechtlich gestattet, dass völlig unschuldige und zugleich wehrlose Kinder noch vor ihrer Geburt im Mutterleib getötet werden - diese Prozedur wird verharmlosend als Abtreibung oder Schwangerschaftsabbruch bezeichnet. In vielen Fällen werden schwierige Umstände als Gründe genannt um dies zu rechtfertigen. Diese Art der Argumentation ist jedoch völlig unsinnig, da das ungeborene Kind in keinem Fall für diese Umstände verantwortlich gemacht werden kann und dennoch die ultimative Konsequenz, nämlich den eigenen Tod erleiden muss.

Gerne wird auch aus Gründen des Marketings behauptet, Abtreibung sei "Frauenrecht". In Wirklichkeit hat jedoch kein Mensch das Recht einen anderen, völlig unschuldigen und hilflosen Menschen zu ermorden. Weiters wird gesagt, dass die Politik nicht über den Körper der Mutter bestimmen dürfe. Hierbei geht es jedoch ncith um den Körper der Mutter, sondern den aus biologischen Gründen darin lebenden Menschen und dessen eigenen Körper. Warum darf also über diesen Körper sehr wohl entschieden werden? Weil er noch nicht wahlberechtigt ist? Weil er keine steuern zahlt? Oder weil man ihn nicht schreien hört während man ihn tötet?

Es ist nicht verwunderlich, dass aus dieser politischen Atmosphäre heraus auch immer weider Stimmen laut werden, welche z.B. die Sinnhaftigkeit medizinischer Versorgung oder Behandlungen für ältere Menschenin Frage stellen. Schließlich fällt es einem innerhalb dieser abartigen Denkweise leicht, menschliches Leben in bestimmten Fällen oder Formen (wie alte oder behinderte Menschen) für nicht (mehr) lebenswert zu erklären oder gar als parasitär für die Gesellschaft anzusehen. Es muss klargestellt werden, dass man solche Denkweisen eigentlich nur aus diktatorischen Schreckensregimen der zeitgeschichtlichen Vergangenheit kennt - umso bedenklicher ist es, dass diese heute wieder stärker präsent werden.

Das Recht auf Leben ist die rudimentärste Grundlage aller Zivilisation und Vorraussetzung für ein intaktes Miteinander. Jede zivilisierte Gesellschaft, jeder Rechtsstaat und jede auf Moral und Ethik wertlegende Person muss daher den Wert menschlichen Lebens begreifen und sich für den Schutz dessen von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod ausnahmslos einsetzen.