Sommer 2009 Der Text beschreibt die symbolische und wahrhaftige Bedeutung des Kreuzes als Zeichen, und zieht daraus Schlüsse für die Kirche.
Das
Kreuz ist aus verschiedenen Gründen ein sehr eindrucksvolles Symbol für
das Christentum. Einerseits erinnert es natürlich an die Kreuzigung und
Wiederauferstehung Christi. In diesem Zusammenhang wurde das Kreuz auch
zum Zeichen der Hoffnung für alle Gläubigen, und seine Bedeutung
wandelte sich von Tod und Folter hin zu neuem Leben in Christus.
Ich
möchte innerhalb diese Artikels jedoch das Kreuz in seiner
grundsätzlichen, körperlichen Form betrachten. Meiner Meinung nach
lassen sich daraus die wesentlichen Merkmale des Christentums sowie
unmittelbare Anweisungen für die Kirche ableiten. Das so weit
verbreitete "Logo" des christlichen Glaubens stellt zugleich die
wirklich christliche Lebensweise optisch dar.
Unschwer zu
erkennen besteht das Kreuz aus zwei miteinander verbundenen Balken,
einer horizontal und einer vertikal zum Himmel zeigend. Letzterer
symbolisiert das Transzendente Element des Christentums: Gebet und
Anbetung, Gottesliebe und -dienst, Beziehung zu Gott und dem
Himmelreich im Allgemeinen;
Dieser aufrecht und fest
stehende Balken trägt allerdings einen zweiten Balken, welcher sich -
ähnlich weit ausgebreiteten Armen - waagrecht dem Horizont entlang
erstreckt. Dieser Teil des Kreuzes steht für das charitative Element,
d.h. die Nächstenliebe zu Mitmenschen und Fürsorge gegenüber der
Schöpfung.
Nur beide Balken bzw. Elemente kombiniert
bilden das Kreuz, das Zeichen der wahren, christlichen Religion. Der
vertikale Balken der Beziehung zu Gott alleine ist noch kein Kreuz,
d.h. Glaube allein, ohne eine Lebensweise der Nächstenliebe ist nicht
das wahre Christentum. Der horizontale Balken jedoch wird vom
Senkrechten getragen, wie auch der Glaube und die Gottesliebe die Liebe
zum Nächsten tragen und aktiv halten. Der waagrechte Balken würde, wäre
er alleine, am Boden liegen und nicht hoch empor gehoben sein. Dies
zeigt das besondere Niveau der christlichen Nächstenliebe aus dem
Glauben heraus gegenüber ihrem nicht-gläubigen Pendant auf.
In der heiligen Schrift finden sich viele Belege für diese Interpretation der Symbolik des Kreuzes:
Matthäus Kapitel 22: 36
Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? 37 Er antwortete
ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit
ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. 38 Das ist das wichtigste und
erste Gebot. 39 Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen
Nächsten lieben wie dich selbst. 40 An diesen beiden Geboten hängt das
ganze Gesetz samt den Propheten.
Wie kann das
erste Gebot das Wichtigste von allen sein, und das Zweite ist dennoch
genauso wichtig? Die beiden Gebote sind voneinander abhängig, sie
können nicht getrennt voneinander bestehen oder gehalten werden. Die
Liebe zu Gott ist, gerade in schweirigen Zeiten, die unerschöpfliche
Quelle der Liebe für den Nächsten. Nur Gottesliebe und Nächstenliebe
gemeinsam sind eine richtige Darstellung des Wesen des Christentums und
daher so passend für das Zeichen des Kreuzes.
Johannes Kapitel 21: 15
Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des
Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr,
du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!
16 Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du
mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus
sagte zu ihm: Weide meine Schafe! 17 Zum dritten Mal fragte er ihn:
Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil
Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm
zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe.
Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Wer
Gott liebt, ist dazu aufgerufen auch seinen Nächsten zu lieben und
entsprechend zu handeln. Gottesliebe ohne Mitgefühl und Fürsorge für
seine Kinder ist Heuchlerei und mit einem christlichen Weltbild
nicht vereinbar.
Jakobus Kapitel 1: 27
Ein reiner und makelloser Dienst vor Gott, dem Vater, besteht darin:
für Waisen und Witwen zu sorgen, wenn sie in Not sind, und sich vor
jeder Befleckung durch die Welt zu bewahren.
Aktive und Tatkräftige Nächstenliebe und der selbstlose Einsatz für Bedürftige sind echter Gottesdienst und wahre Religion.
Exodus (2. Buch Mose) Kapitel 20: 3 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
Das
erste der 10 Gebote hat in der heutigen Zeit noch eine ganz besondere
Bedeutung. Zwar werden kaum noch heidnische Gottheiten, d.h. Dämonen
(aktiv und willentlich) angebetet. Dennoch schaffen sich viele Menschen
heute ihre eigenen Götter und Götzen, wie Geld, Macht oder
Statussymbole. Viele setzen sich auch selbst auf den Thron Gottes. All
dies widerspricht den christlichen Grundsätzen und damit dem Kreuz,
welches wir aufgerufen sind auf uns zu nehmen wenn wir Christus
nachfolgen.