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Häufige Fragen zur Gesellschaftspolitik                                                                                                  

Im Folgenden werden einige grundlegende, gesellschaftspolitische Fragen beantwortet. Hierbei handelt es sich natürlich, wie überall auf dieser Website, ausschließlich um die persönliche Meinung des Autors.  


Auf welche Weise ließe sich unsere Gesellschaft tatsächlich "sozialer" und damit moralischer, menschlicher gestalten?
    Lehrt Ähnliches nicht auch der Kommunismus und Sozialismus?
        Doch diese Systeme sind in der Vergangenheit kläglich gescheitert!
Widerspricht vielleicht die "Natur des Menschen" einem fortschrittlicheren System?
Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hätte eine derartige Veränderung?
Welchen Stellenwert sollte Religion und Glaube in einer solchen Gesellschaft einnehmen?
Was tun?


Auf welche Weise ließe sich unsere Gesellschaft tatsächlich "sozialer" und damit moralischer, menschlicher gestalten?

Es bedarf hierzu einerseitse eine radikale Änderung gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Werte und Zielsetzungen, d.h. eine Rückbesinnung auf die eigentliche und ursprüngliche Sinnhaftigkeit des Staates und dessen Wirtschaft. Einer der wesentlichsten Punkte diesbzgl. ist die Wertschätzung des (insbesondere aber nicht ausschließlich) menschlichen Lebens als "wichtiger" und schützenswerter als Geld, Profit und Macht.  Die notwendigerweise absoluten Werte und Grundsätze dieser vorwiegend geistigen, dringend benötigten "Anpassungen" sowohl konservativer und zugleich progressiver Natur finden sich nirgendwo anders so klar und eindeutig wie im Christentum.

Anschließend, bzw. parallel zu dieser geistigen Weiterentwicklung müssen schließlich entsprechende Änderungen, Verbesserungen am politischen, staatlichen System selbst folgen. Ich denke hierbei insbesondere an eine planmäßige Güterproduktion orientiert an den Bedürfnissen der Bevölkerung - das Bedürfnisprinzip muss also grundsätzlich an die Stelle des Prinzips der sinn- und rücksichtslosen Profitmaximierung rücken.  Außerdem müssen die oben erwähnten Werte staatlich gesichert und unterstütz werden, sowie eine stärkere Mitbestimmung des Volkes in politischen Fragen im Sinne einer partizipativen Basisdemokratie eingerichtet werden - dadurch wird ein ausbeuterischer, autokratischer Staat verhindert. Eine häufig annähernd handlungsunfähige und zugleich gegen den Willen des Volkes arbeitende Parteiendiktatur wie sie sich gegenwärtig abzeichnet ist langfristig zum Scheitern verurteilt.

Außerdem sollte den Gemeinden, Bezirken und Bundesländern eines Staates größerer Einfluss auf das politische Geschehen gegeben werden. Grundsätzlich kann in kleineren, überschaubaren Einheiten viel eher auf aktuelle Probleme oder Bedürfnisse der Menschen eingegangen werden als in großen und unpersönlichen Strukturen (bottom-up vs. top-down design).


Lehrt Ähnliches nicht auch der Kommunismus und Sozialismus?
In der Tat gibt es sehr ähnliche Aussagen in den ursprünglichen kommunistischen Schriften von z.B. Karl Marx und Friedrich Engels, manchen frühsozialistischen Theorien und auch einigen neuzeitlichen kommunistischen oder generell linken Strömungen wie dem Eurokommunismus. Jedoch fehlt es diesen klassichen Thesen des Kommunismus an festen, fundamentalen Grundwerten wie man sie im Christentum findet, weswegen es immerwieder zu Verzerrungen und Perversionen dieser Thesen kam. Eine Kombination aus christlichen und kommunistischen Idealen, Lehren und Bestrebungen lässt sich daher beispielsweise im Christlichen Kommunismus bzw. allgemein im Religiösen Sozialismus finden - diese Linie ist es, welche mit dieser Website üblicherweise verfolgt wird. Wenn auf Zamilog.eu also von Kommunismus die Rede ist, so wird meist jene Lebensweise der urchristlichen Gemeinden, wie man es auch in der Apostelgeschichte nachlesen kann, gemeint sein.  

Doch diese Systeme sind in der Vergangenheit kläglich gescheitert!
Gescheitert sind vor allem abartige Perversionen des Kommunismus, wie der Stalinismus, Maoismus und andere autoritäre Systeme, welche hier selbstverständlich nicht unterstützt sondern völlig abgelehnt werden. Andere, hoffnungsvollere Versuche den Sozialismus oder Kommunismus zu realisieren (wie die Pariser Kommune oder die Bayrische Räterepublik) wurden meist von den herrschenden Gewalten militärisch zerschlagen.

Dennoch gilt es die vielen funktionirenden Versuche auf regionaler Ebene nicht unerwähnt zu lassen, z.B. kommunistische und/oder christliche Kommunen der Vergangenheit und Gegenwart. Im Neuen Testament finden sich auch Hinweise darauf, dass die ersten christlichen Gemeinschaften ebenfalls nach dem bekannten Prinzip "Jeder Nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" 

Für die heutige Situation ist zumindest kurzfristig ohnehin nicht mit einschneidenden Änderungen des Systems zu rechnen, weswegen es derzeit wichtig ist die aktuelle Politik stärker durch die Christliche Soziallehre zu beeinflussen und sich somit langsam aber sicher auf den richtigen Weg zu begeben. Eine zweckmäßige Art dies zu tun ist sicherlich das Bilden und Unterstützen von (wirklich) christlichen Parteien in den einzelnen Staaten und ein EU-weites Zusammenarbeiten dieser.

Widerspricht vielleicht die "Natur des Menschen" einem fortschrittlicheren System?
Hierbei handelt es sich um ein sehr häufig von Liberalisten und Kapitalisten angewandtes Argument, welches in der Realität jedch völlig haltlos ist. Aus naturwissenschaftlicher Sicht gibt es beispielsweise Studien, welche das Gegenteil belegen. Abgesehen davon erkennt jeder, der auch nur ein Grundwissen über Humanpsychologie (Maslow, Hertzberg, Firo usw.) aufweisen kann, wie unsinnig dieses leider so häufig gebrauchte Argument wirklich ist.

Aus christlicher Sicht stimmt es zwar, dass der (gefallene) Mensch von Grund auf "böse" ist, jedoch wird dieser Zustand bei der geistigen Wiedergeburt (laut katholischem Glauben geschieht dies bei der Taufe), welche im Neuen Testament mehrmals erwähnt wird, geändert.

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hätte eine derartige Veränderung?
Aufgrund dessen, dass nicht mehr die Profitmaximierung mit allen Mitteln im Mittelpunkt der Wirtschaft stehen würde, sondern eine tatsächliche Reaktion auf die und Stillung der Bedürfnisse des Menschen, würde sich die Writschaft und ihre Auswirkungen enorm verändern. Wie bereits erwähnt wäre eine wissenschaftlich geplante Güterproduktion besser  zur Umsetzung des Bedürfnisprinzips geeignet, eventuell sogar in Kombination mit (ausschließlich oder teilweise) gesellschaftlichen Eigentum an Produktionsmitteln. Hiermit würde der Ausbeutung des Menschen die Essenz entzogen und langfristig ein Ende gesetzt.

Eine weitere Folge davon wäre auch das Ende der abartigen Ressourcenverschwendung auf allen Ebenen, wie wir sie im gegenwärtigen Kapitalismus so deutlich vorfinden. Der Wahnsinn der gewollten Vernichtung von Lebensmitteln und Medikamenten auf der einen und der extreme Mangel genau dieser Güter auf der anderen Seite wäre damit beendet, um nur ein Beispiel zu nennen.

Welchen Stellenwert sollte Religion und Glaube in einer solchen Gesellschaft einnehmen?
Es wurde bereits erwähnt, dass meiner Meinung nach christliche Grundwerte staatlich gesichert werden müssen und ein absolutes Fundament eines funktionierenden Staates bilden sollten. Dies heißt jedoch keinesfalls, dass der Mensch einen Gottesstaat anstreben soll - die Errichtung eines solchen liegt nämlich für ihn nicht im Bereich des Möglichen.

Trotzdem gilt es das Menschenrecht der Religionsfreiheit selbstverständlich staatlich und gesellschaftlich anzuerkennen und zu schützen. Jegliche Art von Religionsverbot oder dergleichen gilt es abzulehnen - jeder Mensch muss die Möglichkeit zur freien Wahl seiner Religion haben. Freie Religionsausübung sollte ebenfalls gewährleistet sein, sofern niemand Unbeteiligtes daran Schaden nimmt.

Was tun?
In der gegenwärtigen Situation ist es wichtig, die Menschen zum Umdenken bzw. überhaupt zum Beginn des Denkens zu bewegen, damit eine "geistige Weiterentwicklung" mehrheitlich stattfinden kann. Es gilt das Interesse möglichst vieler Menschen für die wirklich wesentlichen Dinge des Lebens zu wecken und ihre Aufmerksamkeit vom sinnlosen "Zeitvertreib" der Spaß- und Konsumgesellschaft abzuwenden.

Es muss jedoch beachtet werden, dass die meisten Mainstream-Medien eine solche "geistige Revolution" natürlich ganz und garnicht anstreben, eher das Gegenteil ist der Fall. Gläube Christen, aktivistische Kommunisten, denkende Menschen ganz allgemein beteiligen sich nämlich nicht gerne am sinnlosen Konsum unserer Gesellschaft und lehnen den derzeitgein, so bizarren Kapitalismus mit seinen zerstörerischen Folgen gänzlich ab.