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Alternative Betriebssysteme                                                               

Herbst 2009
                                
Es gibt viele gute (technische wie gesellschaftspolitische und ethische) Gründe sich von etablierten Betriebssystemen wie Microsoft Windows oder auch Mac OS abzuwenden und stattdessen beispielsweise einen Blick in die Open Source Welt zu werfen. Hier gibt es diverse interessante auf Unix oder Linux basierende Betriebssysteme bzw. Distributionen, welche häufig eine bessere Lösung anbieten können. Als kleine Starthilfe in die Szene möchte ich hier einige meiner Meinung nach besonders empfehelnswerte Exemplare vorstellen.
 

SUSE Linux Enterprise Desktop/Server:
SLES bzw. SLED sind Unternehmenslösungen von Novell. Die Distribution legt, wie im Enterprise Bereich üblich großen Wert auf Sicherheit und Stabilität, was sich manchmal allerdings negativ auf die Aktualität der verwendeten Software auswirkt. Im professionellen Einsatz wird es jedoch selten auf bleeding-edge Technologie ankommen - viel wichtiger sind dagegen ausgereifte und möglichst ohne Risiko einsetzbare Anwendungen. Novell bietet auch ein Zertifizierungsprogramm an, was vor allem für mit Linux arbeitende Personen interessant sein dürfte. Aufgrund dessen, dass die Lizenzen für SLES/D immer in Kombination mit Langzeit-Support vertrieben werden, sind die Kosten dafür jedoch sehr hoch und für Private kaum zu empfehlen.
Link zur offiziellen Website von SUSE Linux Enterprise: http://www.novell.com/linux/

openSUSE:
Diese Linux-Distribution ist technisch sehr eng mit SLES/D verwandt und wird ebenfalls von Novell mitentwickelt und gesponsert. Im Gegensatz zu den Enterprise Produkten versucht man hier jedoch, immer möglichst Aktuelle Technologien und Software zum Einsatz zu bringen um Privatbenutzer und "Enthusiasten" besonders anzusprechen. Dies führte in der Vergangenheit bei einigen Versionsnummern zu vergleichsweise instabilen oder langsamen Systemen, was jedoch ein innerhalb der Community bekanntes Problem ist woran gearbeitet wird. OpenSUSE zeichnete sich immer durch recht gute Hardwareerkennung besonders im Netzwerkbereich und eine sehr angenehme und benutzerfreundliche Bedienung aus. 
Link zur offiziellen Website von openSUSE: http://www.opensuse.org/

Community Enterprise Operating System:
CentOS ist praktisch gleichzusetzen mit Red Hat Enterprise Linux, wird jedoch aus rechtlichen Gründen unter einem anderen Namen mit eigenen Logos usw. vertrieben. Natürlich gibt es hierfür offiziell keinen Support seitens Red Hat, dies wird stattdessen von der CentOS Community übernommen. Die Entwickler versuchen die Distribution binärkompatibel zu RHEL zu halten, weswegen alle Pakete für Red Hats Distribution auch für CentOS problemlos geeignet sind. Auch Tutorials und dergleichen sind leicht für das Community Enterprise OS einsetzbar. Die Bedienung und Optik ist bis auf wenige stilistische Details ebenfalls mit RHEL ident, weswegen sich CentOS auch sehr gut als Trainings- und Lernsystem für Red Hat Zertifizierungen eignet. Grundsetzlich muss die hervorragende Stabilität des häufig im Serverbereich eingesetzten Systems hingewiesen werden - dafür ist es jedoch weniger benutzer- und einsteigerfreundlich wie z.B. die SUSE Distributionen.
Link zur offiziellen Website von CentOS: http://www.centos.org/

Ubuntu Christian Edition:
Ubuntu ist eine sehr populäre und weit verbreitete Linux-Distribution, welche mit nicth allzu schwieriger Bedienung, sehr guter Hardwareunterstützung und einer äußerst aktiven Community mit vielen verständlichen Tutorials aufwarten kann. Allerdings wird das System mit weniger standardmäßig enthaltenener Software vertrieben, sodass es auf eine 700Mb CD-Rom (anstelle einer DVD) passt. Die Christian Edition ist eine spezielle Version von Ubuntu, welche beispielsweise Bibelstudiensoftware und vorkonfigurierte Kindersicherungen für das Internet mitbringt und sich in ihrer Optik durch religiöse Darstellungen (z.B. Hintergrundbilder) von anderen Ubuntuversionen unterscheidet. Die Distribution wird zwangsläufig immer etwas langsamer aktualisiert als das standardmäßige Ubuntu.
Link zur offiziellen Website von Ubuntu CE: http://ubuntuce.com/

Linux Mint:
Linux Mint ist eine Distribution, welche sich ebenfalls aus Ubuntu heraus entwickelt hat und somit von dessen Vorteilen maßgebend profitiert. Es Unterscheidet sich von Ubuntu im Wesentlichen durch ein anderes Design und einige zusätzliche Programme, welche den Bedienkomfort steigern und wohl auch den Umstieg von Windwos erleichtern sollen. Mint verfügt trotz seiner sehr schönen Optik über eine ausgezeichnete Performance und Stabilität. Es werden mehrere Versionen der Distribution angeboten, so z.B. kommt in einer Variante ausschließlich open source und freie Software zum Einsatz, während eine andere auch proprietäre einsetzt, um Nutzern den Einstieg zu erleichtern (dies ist z.B. hilfreich im Multimediabereich). Linux Mint verfügt ebenso wie Ubuntu über eine LTS Version. Eine eigene Server Version gibt es jedoch nicht.
Link zur offiziellen Website von Linux Mint: http://www.linuxmint.com/

Solaris bzw. OpenSolaris:
Solaris ist ein unixoides, ehemals als SunOS bekanntes Betriebssystem von Sun Microsystems. Als sein Quellcode offengelegt wurde, entstand daraus wiederum OpenSolaris. Es kommen hierfür etwas andere Lizenzen zum Eisnatz als im Linuxbereich üblich, z.B. wird proprietäre Software stärker anerkannt. Dennoch gibt es auch hier eine recht aktive Community, welche das System weiterentwickelt. Derzeit ist OpenSolaris noch nicht so weiter verbreitet wie Linux und wohl für Privatanwender in vielen Fällen etwas weniger geeignet. Dennoch ist es sowohl im Server- wie auch Desktop Bereich gut einsetzbares System, da es einersets hohe stabilität aufweisen kann und andererseits auch eine ansprechende Optik bietet.
Link zur offiziellen Website von OpenSolaris: http://hub.opensolaris.org/bin/view/Main/

Dies sind nur einige wenige Beispiele an alternativen Betriebssysteme. Heute sollte niemand mehr gezwungen sein, aus welchen Gründen auch immer beispielsweise Microsoft Betriebssysteme einzusetzen. Weder aus Kompatibilitätsgründen, noch ausGründen der Benutzerfreundlichkeit, oder aus Fachtkräftemangel usw.

Weitere externe Links zum Thema:
http://www.whylinuxisbetter.net/ Gründe für den Einsatz von Linux
http://cityblogger.com/archives/2007/01/24/101-reasons-why-linux-is-better-than-windows Laufend aktualisierte Sammlung eines Bloggers von (bald) 101 Gründen für Linux im Vergleich zu Windows
http://distrowatch.com/ Überblick über nahezu alle vorhandenen Distributionen